Klimafastenwoche 3: Müll

Diese Woche möchten wir uns mit Euch die Themen Müll beim Einkauf, im Bad und in der Küche vornehmen. Letztlich stammt der Müll in unserer Tonne aus all diesen Bereichen, bei jedem/r von uns jedoch zu unterschiedlichen Anteilen.


Daher ist die erste Aufgabe diese Woche, in den nächsten Tagen einmal genauer darauf zu achten, welche Produkte bei Euch zu Hause besonders schnell den Mülleimer füllen.


So könnt Ihr selbst für Euch persönlich Schwerpunkte setzen, so dass Ihr aus unseren Anregungen für Euch die Punkte herauspicken könnt, die bei Euch persönlich mit vergleichsweise geringem Aufwand am meisten Müll einsparen. Teilt Eure Erfahrungen sehr gerne unter dem Beitrag oder im Forum als Kommentar - wir sind gespannt :)!


Starten möchten wir mit Müll beim Einkauf - dazu möchten wir Euch herzlich einladen, mit uns auf Entdeckungstour durch Hall zu gehen :)! Spürt gemeinsam mit uns möglichst viele Läden und Produkte auf, die ganz ohne Verpackung auskommen (oder mit deutlich weniger als üblich). Auch wenn wir keinen eigenen Unverpackt-Laden in unserer schönen Stadt haben - einige Händler geben sich auch bei uns schon lange Mühe, den Müllberg zu reduzieren.


Auf unserer Infoseite zum Thema Plastikmüll haben wir bereits einige Möglichkeiten, in Hall unverpackt einzukaufen, für Euch zusammengestellt. Damit könnt Ihr diese Woche bereits ganz einfach versuchen, den Verpackungsmüll bei Eurem nächsten Einkauf zu reduzieren.


Doch wir sind uns sicher, es gibt noch mehr! Postet Eure Funde daher hier im Forum oder unter diesem Blogbeitrag als Kommentar - wir sind gespannt auf Eure Beiträge! Selbstverständlich werden wir sie auch in unsere Übersichtsseite aufnehmen - so wächst die Homepage mit Eurer Hilfe :)!



Für Eure Aufgabe diese Woche sollte gelten:

"Ich packe meine Tasche und nehme mit ..."

  • ... mindestens einen Leinenbeutel (vielseitig verwendbar - im Supermarkt, beim Bäcker, ...)

  • ... mindestens ein Gemüsenetz

  • ... evtl. eine oder mehrere dicht schließende(!) Dose(n) - für Oliven auf dem Markt, Aufschnitt von der Theke oder was sonst noch alles spontan kommen mag ;)

  • ... bei Bedarf: eine Glasflasche mit einem Getränk, falls Du länger unterwegs bist

  • ... bei Bedarf: ein kleines Döschen/ Gläschen mit gerösteten Nüssen/ ein leckeres Pausenbrot/ ... für den kleinen Hunger zwischendurch

  • ... zusätzlich bei Bedarf: die leere Spülmittelflasche (sie kann im Bioladen oder Biosupermarkt wieder aufgefüllt werden) oder eine leere, dicht schließende Flasche für Öl oder Essig (sie kann im "Vom Fass" befüllt werden)


Doch was hat Müll nochmal
mit dem Klima zu tun?


Die Grafik veranschaulicht gut, welchen Einfluss Plastik - von der Herstellung bis hin zur Entsorgung - neben den anderen Problemen, die es mit sich bringt - letztlich auch auf das Klima hat. Dabei sind die Emissionen, die bei der Zersetzung von Plastik (insbesondere in Salzwasser, wo es leider viel zu häufig landet), noch viel zu wenig erforscht und in der Grafik nicht enthalten (mehr zum Einfluss von Plastik auf das Klima findet Ihr im Infotext).

Plastikmüll entsteht nicht nur durch Verpackung, sondern auch durch kurzlebige Produkte, zu denen es zunächst teurere, langfristig jedoch sogar oftmals günstigere Alternativen aus z.B. Holz oder Metall gibt.


Leider ist die häufigste Alternative - die Papierverpackung - mindestens so problematisch. Denn auch dadurch, dass in Verpackungen aus Recyclingpappe Mineralölspuren nachgewiesen wurden, wird insbesondere bei Lebensmitteln in aller Regel frische Pappe für diese verwendet. Die Bäume hierfür stammen jedoch oftmals sogar aus nord- und osteuropäischen Urwäldern. Während große Bäume jedoch wertvolle CO2-Senken darstellen, sind die gerodeten Flächen, die zurückbleiben, sogar CO2-Quellen. Damit ein neuer Baum wieder zur CO2-Senke wird, vergehen viele Jahre - die auf den auf Urwälder folgenden Plantagen nie erreicht werden.


Besonders negativ: einige Hersteller setzen auf mit Papier beschichtetes Plastik, damit der Kunde das Gefühl hat, ein besonders wertiges und nachhaltiges Produkt in Händen zu halten ("Papier statt Plastik"). Diese Verbundstoffe sind jedoch für das Recycling verloren und daher besonders problematisch - ein klarer Fall von Greenwashing...


Eine einfache Möglichkeit, den Papiermüll zu reduzieren, ist, beim nächsten Kauf beispielsweise von Heften oder Druckpapier auf Recyclingqualität zu achten und unnötige Umverpackungen/ Pakete zu vermeiden.

Recyclingpapier ist heute ebenso gut beschreibbar wie normales und in vielen Grauabstufungen mit bis zu 100% Weiße erhältlich. Es gibt das gesuchte Produkt nicht? Mach den Händler doch darauf aufmerksam - je mehr Menschen Recyclingpapier nachfragen, desto größer wird das Angebot!


Besonders viel Papiermüll spart übrigens ein "Bitte keine Werbung"-Aufkleber am Briefkasten. Die Angebote darin verleiten meist sowieso nur zu Käufen - oftmals von besonders "günstigen", kurzlebigen Produkten, die wir ohne Angebot gar nicht erst getätigt hätten, und schützt daher das Klima (und den Geldbeutel!) sogar doppelt :).

Mehr zum Thema Papier & Klima findet Ihr auf unserer Infoseite zum Thema.


Auch Biokunststoffe als Verpackung sind nicht unproblematisch - sie benötigen oftmals Mais, und belegen damit Flächen, die auch zur Lebensmittel-, Tier- und Energieerzeugung dienen könnten. Das Hauptproblem ist jedoch, dass sie häufig mit konventionellen Kunststoffen gemischt werden, was das Recycling erschwert bzw. verhindert. Produkte aus reinem Bioplastik sind eine gute Alternative zu herkömmlichen Plastikprodukten. Allerdings müssen auch sie rezykliert werden, damit sie abgebaut werden können.


DIE Verpackungs-Lösung gibt es also bisher leider nicht - möglichst wenig Verpackung sollte daher das Ziel sein. Darüber hinaus ist es, wo dies nicht möglich ist, wichtig, auf die biologische Abbaufähigkeit oder die Recyclingfähigkeit der Verpackung zu achten - und sie natürlich über den richtigen Müll zu entsorgen. Der Idealfall wäre "Cradle-to-cradle" - der perfekte Kreislauf ohne Müll.


Immer mehr Hersteller verpacken ihre Produkte zumindest in Plastik, das zu großen Anteilen oder sogar komplett aus Altplastik hergestellt wurde. Allerdings gilt: ohne neue Plastikverpackungen auch keine Verpackung aus recyceltem Plastik - wo immer wir die Verpackung daher einsparen können, ist und bleibt dies wohl der beste Schritt.


Und: Schon jetzt gibt es auch viele Produkte, die nach dem Cradle-to-cradle-Prinzip hergestellt sind - selbst Schulranzen aus alten PET-Flaschen sind heute erhältlich. Daher: Augen offen halten lohnt sich!

Wenn wir Kunden zeigen, dass uns die Vermeidung von Müll einen kleinen Aufpreis wert ist, werden diese Produkte in Zukunft immer mehr :).




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