Rede zur Friedensdemo

Circa 2500 Menschen kamen am Donnerstag in Schwäbisch Hall zusammen, um ein Zeichen für den Frieden und gegen den Krieg zu setzen. Hier könnt Ihr Marias bewegende Rede nachlesen, wenn Ihr nicht die Gelegenheit hattet, dabei zu sein:


"Es sind nicht viele Kilometer die uns Trennen von dem Schicksal der Ukrainer*innen. Und wir von Fridays for Future sind heute hier dabei um zu sagen WIR SCHAUEN NICHT WEG! Wir stehen solidarisch an Seite der Ukrainer*innen und wir stehen auch solidarisch an der Seite mit den mutigen Bürger*innen aus Russland und Belarus die gegen ihre Regierung auf die Straße gehen!


Die ukrainischen Fridays haben bis vor kurzem noch genauso wie wir den nächsten globalen Klimastreik geplant. Es sind junge Menschen, die eigentlich gegen eine Krise kämpfen, die sie nicht verursacht haben, jetzt finden sie sich in einem Krieg wieder, den sie nicht begonnen haben! Es macht mich so unsagbar traurig und sprachlos.


Und ich bin wütend! Ich bin wütend, dass es soweit kommen konnte! Wütend, dass auch unsere Regierung die letzten 8 Jahre zusah. Und sie sah nicht nur zu, sie hat auch noch Deals mit Putin gemacht und Nordstream2 auf den Weg gebracht. Putin ist ein Autokrat, der sein großes Land noch größer machen will. Er ist ein Verbrecher, dem Menschenrechte egal sind. Und ich bin wütend, weil mit Verbrechern macht man keine Deals! Ich frage mich wirklich warum man noch dachte, es sei okay sich so abhängig zu machen und Erdgas, Öl und Kohle aus Russland zu beziehen als Gäbe es kein Morgen mehr. Der Westen und Deutschland hat diesen Krieg mit finanziert und die Ukrainer*innen zahlen den Preis.


Nun wird uns Fridays vorgeworfen, dass wir das Leid der Ukrainer*innen für unsere Sache instrumentalisieren. Der Krieg zeigt uns aber noch deutlicher, dass es ein Privileg war NICHT über den Zusammenhang von Klima und Krieg zu sprechen. Aber das müssen wir heute tun!


Die Klimawissenschaftlerin Dr. Katharine Hayhoe formuliert es deutlicher: „Der Klimawandel ist der ultimative Bedrohungsmultiplikator“

Und was heißt das für uns? Es heißt, dass der Weg zum Frieden bedeutet JETZT sofort einen radikalen Ausstieg aus den fossilen Energien zu wagen und entschlossene in die erneuerbaren Energien einzusteigen! Und das nicht erst morgen sondern am besten schon gestern! Wir können schnell handeln, z.B. auch durch ein Tempolimit von 100KMH auf den Autobahnen. So ließen sich bis zu 3,7 Mrd L Kraftstoff einsparen und der Co2 Ausstoß um 9,2 Millionen Tonnen reduzieren. Die Ära der fossilen Brennstoffe muss beendet werden, denn der Kampf um sie ist eine enorme Bedrohung für Menschen und Ökosysteme.


Wir sind der Beweis, dass man als Gesellschaft in Krisen über sich hinaus wachsen kann. Und das gibt mir Hoffnung. Hoffnung für eine Welt die sich solidarisch zeigt. In der wir helfen, spenden, auf die Straße gehen und verstehen dass Klima und Frieden untrennbar miteinander verbunden sind. Wir lassen nicht locker, wir zeigen den Menschen, dass sie Willkommen sind, dass sie auf uns zählen können und dass wir kämpfen werden für eine gerechtere Zukunft!"



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