Regional - saisonal: Die Zusammenhänge beachten

Wenn es doch nur so einfach wäre: Nur saisonal ist gut! Wenn ihr regional kauft, dann macht ihr alles richtig! Bio ist das einzig wahre! Leider nein. Genaues Hinsehen ist gefragt!



Einkaufen auf dem Markt bedeutet nicht automatisch, dass es sich um regionale Ware handelt. Etliche Anbieter decken sich auf dem Großmarkt mit Waren ein, die nicht aus der Region stammen. Fragt nach.


Bio bedeutet nicht automatisch regional. Wenn ich im Bioladen einkaufe, muss ich dennoch auf die Herkunft der Waren achten. Äpfel aus Übersee sind auch in Bioläden keine Seltenheit. Oft liegen Äpfel aus der Region daneben. Also: Schilder lesen und nicht blind zugreifen.


Wie überall im Leben gilt: Einfach mal nachdenken. Wie alt muss ein Gemüse sein, wenn es den Weg von z.B. Spanien bis nach Deutschland hinter sich gebracht hat? Kann man noch von frischem Salat sprechen, wenn er bereits einmal die Bundesrepublik durchquert hat, bevor er seinen Platz im Supermarktregal findet? Wieviel Geschmack geht verloren, wenn Gemüse oder Obst unreif geerntet wird, um den Transport rund um den Globus zu überstehen?


Wer es genau wissen will, kann sich allerlei Statistiken zu erhöhten CO2 Werten durch lange Transportwege, Vitamin-Verlust bei langer Lagerzeit, Ausbeutung von Arbeiterinnen und Arbeitern durchlesen. Aber im Grunde genügt doch die Einsicht: Wirklich nachhaltig und gesund kann das nicht sein. Richtig, man darf nicht alles über einen Kamm scheren: Es gibt Sorten, die nachreifen oder die lange Lagerzeiten problemlos überstehen. Es gibt faire Projekte überall auf der Welt. Euer gesunder Menschenverstand wird es richtig einschätzen können, ich bin mir sicher!


Tipp: Geht ins Gespräch. Sprecht mit Euren Händlern, denn sie wollen, was ihr wollt. Nur zufriedene Kunden kommen wieder, Eure Lebensmittelhändler sind also sehr interessiert daran, zu wissen, was für Euch wichtig ist. Seid keine stillen Konsumenten, sondern gebt Rückmeldung: Was läuft gut, welche Produkte sind toll, was fehlt Euch. Fragt nach, bittet um Transparenz. Wenn ein Händler weiß, dass Euch nicht nur das Land, sondern auch die Region wichtig ist, dann wird er – wo möglich – den Zusatzaufwand auf sich nehmen und nicht nur „Deutschland“ als Herkunftsort aufs Etikett schreiben, sondern auch noch „Schleswig-Holstein“ oder eben „Baden-Württemberg“.


Eine Idee für zu Hause: Ein kleines, unbeheiztes Gewächshaus kann die wenige Sonnenwärme intensivieren und uns schon früh im Jahr mit vitaminreichem Schnittsalat, Feldsalat, Spinat, Postelein, etc. versorgen. So seid ihr weniger von langen Lieferketten abhängig.

4 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen