Pflanzen-

reiche

Ernährung

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"Eine vegane Ernährung ist der wahrscheinlich größte Hebel, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Es bringt viel mehr, als ein Elektroauto zu kaufen oder weniger zu fliegen."

Joseph Poore (University of Oxford)

Die Tierindustrie verursacht mit mehr als 18% mehr Emissionen als der globale Verkehr – ausführlichere Berechnungen gehen sogar von einem noch deutlich höheren Anteil aus (bis zu 51%). Würden alle Menschen in Deutschland nur einen einzigen Tag pro Woche kein Fleisch essen, würden wir gemeinsam mehr Klimagase einsparen, als wenn wir 6 Millionen Autos von der Straße nähmen!

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Treibhausgasemissionen

in kg CO2-Äquivalent pro kg Lebenmittel

 

Quelle: klimateller.de auf Basis der Daten des Umweltbundesamtes

Was wir essen, ist entscheidend für die Höhe der Emissionen unserer Nahrung - insbesondere ob sie pflanzlichen und tierischen Ursprungs ist, macht einen enormen Unterschied

(die Zahlen basieren auf den Zahlen des CO2-Rechners des Umweltbundesamtes*):

 

Omnivore Ernährung mit viel Fleisch: 1.950kg CO2-Äquivalente

Flexitarier*innen: 1.480kg CO2-Äquivalente

Vegetarier*Innen: 1.160kg CO2-Äquivalente

Veganer*Innen: 940kg CO2-Äquivalente

 

Im Laufe seines Lebens isst jeder in Deutschland durchschnittlich 4 Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner; hinzu kommen unzählige weitere Fische, Kaninchen, Puten oder Gänse. Reduzieren wir diese Zahl, können wir enorm viele Klimaemissionen einsparen - und fühlenden Lebewesen großes Leid ersparen.

 

Doch wie kommt es oben zu den großen Differenzen bei den Prozentangaben? Manche berücksichtigen nur die direkten, manche hingegen auch die indirekten Folgen. Unten findest Du die Hintergründe zusammengefasst.

 

Du möchstest gleich selbst aktiv werden?

 

Mach mit bei der Challenge "14 Tage vegan" und tausche Dich mit anderen Challenge-Teilnehmern in Eurer Gruppe aus. Ersetze schrittweise ein paar Tierprodukte in Deinem Alltag. Unten findest Du nach den Hintergrundinfos Haller Restaurants, die vegane Gerichte im Angebot haben, sowie tolle Rezepte-Blogs verlinkt, die Dir die Umstellung versüßen :). Tausche Dich im Forum unter "vegane Ernährung" mit anderen aus. Besuche (unabhängig von Deiner Ernährungsweise!), sobald dies wieder möglich ist, den Offenen Veganen Mitmachbrunch von Schwäbisch Hall Vegan und tausche Dich dort direkt mit anderen aus - auch Kinder sind herzlich Willkommen! Du möchtest mehr vegane Angebote in Hall? Dann frage grundsätzlich nach dem veganen Angebot, ob im Restaurant oder in der Bäckerei. Die Nachfrage bestimmt das Angebot :)!

 

Was kann ich tun?

 

Manche Menschen haben das Bedürfnis, Ihre Ernährung komplett umzustellen, wenn sie die Hintergründe erfahren. Du gehörst dazu? Toll! Doch für die meisten trifft das sicher nicht zu. Wichtig ist: jedes Essen zählt! Jedes einzelne Essen, bei dem Tierprodukte durch pflanzliche ersetzt werden, ist gut für das Klima - und für Dich!

Die größte Vereinigung von Ernährungswissenschaftlern weltweit, die ADA, bestätigt in ihrem Positionspapier nicht nur, dass abwechslungsreiche vegane Ernährung alles liefert, was der Körper braucht. Viele Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus Typ II, Gicht bis hin zu Darmkrebs könnten durch eine vegetarische oder vegane Ernährung sogar deutlich reduziert werden. Doch auch schon ein Tag in der Woche mit viel Gemüse, dazu vielleicht noch Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte, anstelle von Fleisch und Fisch, wäre ein großes Plus für die eigene Gesundheit! Selbst die konservative DGE empfiehlt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als 2 Portionen Fleisch pro Woche.

Fange am besten erst einmal mit einem Punkt an. Hier sind einige Ideen für einen schrittweisen Umstieg, die in jeder beliebigen Reihenfolge und Anzahl umgesetzt werden können:

 

  1. Probiere Dich durch die Vielzahl an Pflanzendrink-Sorten und finde Deine Lieblinge, mit denen Du in Zukunft ganz einfach die Kuhmilch ersetzt.

  2. Versuche, nicht sichtbare tierische Produkte zu ersetzen - also nicht Dein Frühstücksei am Wochenende, aber Eier in Nudeln, Muffins, Kuchen und Co. Du fragst Dich, wie Kuchen ohne Eier funktionieren soll? Versuche es ein paar Mal, und Du wirst Dich fragen, wofür Du früher Eier im Kuchen benutzt hast ;). Mit Hilfe der Rezepte in den unten verlinkten Blogs findest du sicher schnell neue Lieblingskuchen.

  3. Frage im Forum, wie Du Deine Lieblingsrezepte veganisieren kannst. Hast Du zum Beispiel schon einmal Tofu-Bolognese oder Chili con Tofu probiert? Für Hackgerichte einfach Tofu zerkrümeln, in einer gusseisernen (oder beschichteten) Pfanne schön knusprig braten (genug Öl nehmen - im Hack wäre immer noch mehr Fett!), dann kräftig würzen und fortfahren wie gewohnt.

  4. Plane einen Veggie-Tag in der Woche ein - ob ohne Fleisch oder ganz ohne Tierprodukte, entscheidest Du! Vielleicht schmeckt es Dir ja so gut, dass Du nach einiger Zeit auch gerne öfter mal vegetarisch oder vegan kochst?

  5. Schau Dich bei Deinem nächsten Einkauf nach pflanzlichen Brotaufstrichen um - selbst in jedem Supermarkt und Discounter findest Du davon eine ganze Reihe, die von der Auswahl im Reformhaus und Bioladen jedoch weit übertroffen wird! Finde Deine Lieblingsaufstriche und lass sie zum festen Bestandteil vieler Brotmahlzeiten werden.

  6. Reduziere die Fleischmenge pro Gericht und kaufe kein Fleisch aus Massentierhaltung mehr. Kaufe stattdessen (wenn Du weiterhin Fleisch essen möchtest) lieber wenig hochwertigeres Fleisch aus regionaler Erzeugung (bedenke dabei aber, dass auch dieses im Vergleich zu pflanzlichen Produkten ein Vielfaches an Klimaemissionen verursacht).

 

Du wirst sehen: obwohl Du Lebensmittel weglässt, wirst Du letztlich eine ganz neue Vielfalt an Lebensmitteln und Zubereitungsmethoden entdecken und viel Neues für Dich gewinnen :)

 

Die Hintergründe

 

Du bist mehr ein visueller Typ? Hier findest Du eine kleine, informative Animation des Spiegels (unter fünf Minuten) zu den Hintergründen. Stellt sich am Ende nur noch die Frage: oder doch lieber pflanzlich?

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Quelle: "Iss was?! Tiere, Fleisch & ich" - Heinrich-Böll-Stiftung (kostenlos & empfehlenswert)

 

Die wichtigsten Klimagefahren der industriellen Tierhaltung

 

Landnutzung

  • Allein Schweine werden bei uns in Deutschland jedes Jahr 53 Millionen herangezogen, um auf unseren Tellern zu landen. Obwohl diese Tiere selbst auf engstem Raum leben müssen, wird doch allein für ihr Futter ein enormer Raum benötigt, für den wir in Deutschland nicht annähernd genug Platz haben, obwohl schon heute 60% der landwirtschaftlichen Fläche bei uns für Tierfutter benötigt wird. Die "Lösung" sind Sojaimporte aus Südamerika, ohne die die Massentierhaltung in Deutschland nicht möglich wäre.*

  • Etwa 37 % der gesamten Erdoberfläche – das sind mehr als 90 % aller Agrarflächen – wird als Weiden und für den Anbau von Futter genutzt. Dafür wurden und werden natürliche Landschaften wie Wälder und Moore zerstört. Diese könnten als sogenannte Kohlenstoffsenken Treibhausgase aus der Luft filtern und binden. Durch Abholzung und Trockenlegung werden gebundene Treibhausgase hingegen sogar wieder frei.

  • Jede Minute wird die Fläche von etwa sieben Fußballfeldern planiert, um mehr Raum für bewirtschaftete Tiere zu schaffen – etwa 70% des amazonischen Regenwaldes sind bereits zu diesem Zweck vernichtet worden. Dieses Soja ist Tierfutter - Bio-Tofu, Sojapudding, … dürfen nicht von ehemaligen Regenwaldflächen stammen.

 

Verdauung

  • Alleine die in den USA für den menschlichen Verzehr gezüchteten Tiere produzieren 130 mal mehr Exkremente als die gesamte Weltbevölkerung: 39.000kg pro Sekunde(!). Abgesehen davon, dass Deutschland wesentlich kleiner ist als die USA, ist die Situation hier durchaus vergleichbar.

  • Diese Exkremente führen nicht nur zunehmend zu einer immensen Verschmutzung unserer Böden und Gewässer, sondern sind auch sehr klimarelevant: Methangas z.B. ist laut Klimarat 72-86-mal so klimaschädigend wie CO2. Selbst wenn wir die zuvor geltende Annahme zugrunde legen, dass es nur 21x so schädlich sei, stößt ein Rind stößt pro Tag damit circa 6900 CO2-Äquivalente pro Tag aus - das eintspricht einer PKW-Fahrleistung von über 50km/Tag oder knapp 20.000km/Jahr (Berechnungen laut WWF).

  • 2018 waren in Deutschland 39,4 % der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen allein auf die Verdauung der genutzten Tiere zurückzuführen.

  • Das Umweltbundesamt (UBA) schätzt aktuell, dass die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 28 Kilogramm Treibhausgase verursacht, während es bei Obst und Gemüse weniger als ein Kilogramm ist.

 

Düngung & Fläche

  • Je mehr Futter angebaut wird, desto mehr Dünger wird auch benutzt. Viele Dünger enthalten jedoch Stickstoff, der im Boden zu Lachgas (N2O) wird. Lachgas ist rund 300-mal klimaschädlicher als CO2. Die Düngung mit Tiermist setzt neben Lachgas zudem auch Methan frei.

  • Dabei ist zu bedenken: Um nur 1kg Fleisch zu „produzieren“, werden bis zu 15kg Getreide oder Soja als Futter benötigt - dessen Anbau ebenfalls Energie kostet.

  • Bei einer rein pflanzlichen Ernährungsweise würden 80 % der heute genutzten Flächen frei - und könnten unter anderem sogar zusätzlich als Kohlenstoffsenken genutzt werden (was in die Berechnungen von Vorteilen veganer Ernährung nicht miteinfließt)

 

Produktionsketten

  • Die »Herstellung« und Lagerung von Tierprodukten ist aufwendiger als die pflanzlicher Lebensmittel und schließt andere Treibhausgasquellen wie Energie und Verkehr mit ein. Ehe Fleisch, Milchprodukte und Eier auf dem Tisch landen, sind z. B. Tonnen von Futter und Millionen Tiere transportiert und zig Ställe, Betriebe und Kühllager mit Energie versorgt worden.

 

So schädlich wie ein Ölkonzern

 

Gemeinsam sind die fünf größten Fleisch- und Molkereikonzerne für mehr Treibhausgasemissionen pro Jahr verantwortlich als einer der Ölkonzerne Exxon-Mobil, Shell oder BP – oder auch als Australien, das Vereinigte Königreich oder Frankreich. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des unabhängigen Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) und der Umweltorganisation Grain aus dem Jahr 2018.

 

Wenn z. B. in der EU, den USA, Australien, Neuseeland und Brasilien weniger Fleisch- und Milchprodukte produziert und konsumiert würden, hätte das »dramatische« Effekte auf die globalen Treibhausgasemissionen, so die Wissenschaftler*Innen.

Das Ziel, die Klimaerhitzung auf 2 °C oder noch besser 1,5°C zu begrenzen, ist nicht erreichbar, ohne den weltweiten Fleischkonsum zumindest zu reduzieren. Zu diesen Ergebnissen kommen Forschende aus Oxford, z. B. Dr. Marco Springmann, in mehreren Studien.

 

Quellen: www.albert-schweitzer-Stiftung.de, *change.org, ergänzt um Punkte von www.sha-vegan.de

 

Du interessierst Dich für weitere Argumente für eine vegane Ernährung? Auch in Bezug auf die Tiere oder Deine eigene Gesundheit gibt es einige - informiere Dich auf www.albert-schweitzer-stiftung.de, www.proveg.de oder www.sha-vegan.de.

vegane Produkte leichter finden

 

Vegane Logos

 

Diese Logos, die sich mittlerweile auf vielen Produkten befinden, informieren Dich mit einem Blick darüber, dass das entsprechende Produkt vegan ist.

 

Das Reformhaus Mohring und der Drogeriemarkt "dm" haben alle veganen Produkte mit einem grünen Punkt im Regal markiert - so ist der Einkauf ganz einfach, Zutaten lesen nicht nötig :)

 

Mit der Codecheck-App kannst Du ganz leicht auch im Supermarkt checken, ob ein Produkt im Regal vegan ist.

Blogs, die Dir garantiert den Umstieg versüßen

 

eat-this.org

wohl einer der bekanntesten veganen deutschen Blogs - preisgekrönt, mit raffinierten Rezepten

 

www.einfachbewusst.de

Christof legt großen Wert auf eine einfache Zutatenliste und eine minimalistische Zubereitung. Er veröffentlich nur Gerichte, die er schon über Monate oder Jahre mehrmals gekocht hat. Die Rezepte eigenen sich daher wunderbar für den Alltag, wenn nicht viel Zeit für aufwändiges Kochen vorhanden ist. Christof beschäftigt sich außerdem mit Minimalismus und Nachhaltigkeit - ein sehr empfehlenswerter Blog!

 

stinaspiegelberg.com

In Stina Spiegelbergs bekanntem Blog gibt es Rezepte für alle Tageszeiten und von süß bis herzhaft

 

heavenlynnhealthy.com

vegane Rezepte ganz ohne weißen Zucker, Weißmehl, Ersatzprodukte & Co (vieles glutenfrei)

 

zuckerjagdwurst.com

Isa und Julia aus Berlin lieben es, klassische Gerichte in vegan zuzubereiten. Hier findet ihr herzhafte und süße Gerichte von Hausmannskost über Käse-Alternativen und Fingerfood bis hin zu Pancakes, Waffeln, Kuchen und Desserts

 

justinekeptcalmandwentvegan.com

schnelle gesunde vegane Bowls & mehr (vieles glutenfrei)

 

www.biancazapatka.com

Hier findet ihr eine große Auswahl an veganen Basics wie Pizza- oder Nudelteige, Aufstriche, Bratensoße, Hummus oder Porridge, sowie leckere Hauptgerichte, raffinierte Desserts und köstliche Torten - alles wunderschön fotografiert und sehr gut beschrieben.

 

Auch auf der Seite vegan-taste-week.de findest Du zahlreiche leckere Rezepte

Vegan essen in Hall

Im Indian Forum sind vegane Gerichte extra gekennzeichnet.

Beim Hotel Hohenlohe gibt es neuerdings ein tolles veganes Angebot - alles im Glas zum Mitnehmen.

Bei Debi's (Sportgaststätte beim Schulzentrum West) ist es möglich, die indischen Gerichte ohne Sahne zubereitet zu bekommen - oder auch mit mitgebrachter Soja- oder Hafersahne :).

Im vietnamesischen Restaurant in der Gelbinger Gasse gibt es asiatische Gerichte mit Gemüse und/ oder Tofu.

Im Posthörnle gibt es türkische vegane Gerichte.

Auch das Asia-Restaurant in der Gelbinger Gasse bietet eine kleine Auswahl an veganen Gerichten.

 

Für unterwegs gibt es:

beim Big Russel einen veganen Burger,

beim Kretzschmar belegte Brötchen.

Ihr habt noch mehr Tipps? Schreibt sie uns über das Kontakformular :) - danke!

 
Interessiert an mehr?

 

Du möchtest wissen, wie viel es für das Klima bringt, wenn Du Deine Bolognese mit krossgebratenem Tofu statt mit Hackfleisch zubereitest? Oder wie viele CO2-Äquivalente Dein Lieblingsessen verursacht? Mit dem Rechner auf Klimatarier.com kannst Du viele verschiedene Zutaten auf einen Teller ziehen, sie gegen andere austauschen und die Mengen anpassen und siehst mit einem Blick, wie sich die Änderungen auf die verursachten CO2-Äquivalente auswirken.

Du suchst Menschen in Hall, die ebenfalls versuchen, (öfter) vegan zu essen? Schaue im Kalender und auf www.sha-vegan.de nach aktuellen Veranstaltungen vor Ort :).

Du möchtest sogar mehr tun, als nur Dich selbst vegan zu ernähren? Schreibe eine Nachricht an die Mitglieder von "Schwäbisch Hall Vegan" - Interessierte sind herzlich willkommen :).

Du suchst Restaurants mit veganem Angebot in Deiner Umgebung/ im Urlaubsort/ ...? Auf www.vanilla-bean.com wirst Du sicher fündig :).

 

Du möchtest Dich auch langfristig (überwiegend) vegan ernähren? Das bringt viele gesundheitliche Vorteile - nur eines solltes Du beachten: ein ausreichende Versorgung mit B12. Wie das ganz einfach geht und warum das nicht unnatürlich ist, kannst Du hier nachlesen.

 

Du interessierst Dich für umfangreiche Informationen rund um das Thema vegane, gesunde Ernährung? In "Vegan-Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung" von Niko Rittenau findest Du sie.

 

*Quelle: #klimaretten von Rainer Grießhammer (Lambertus-Verlag)

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